Coworking
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Apologie auf die Notwendigkeit von Branchenübergreifender Durchlässigkeit und Thematischer Vielfalt

Ein Gastbeitrag von Monja, der uns per E-Mail erreichte und mit Zustimmung der Autorin hier veröffentlicht wird:

Ereignisse, welche scheinbar zufällig und gleichzeitig an verschiedenen Orten der Welt zu verzeichnen sind, dürfen nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Ein Analog–Beispiel hierzu findet sich u.a. in der Chaostheorie.

Aktuell sind wir auf kultureller, bzw. wirtschaftlicher und politischer Ebene global derart verknüpft, dass weder auf der Meta–Ebene ein Staat, noch auf kleiner Ebene, eine einzelne Person sich diesem Prozess entziehen kann. Die Probleme unserer Zeit lassen sich nur noch in gemeinsam koordinierten Handlungsabfolgen lösen. Sowohl Branchen– als auch Länderübergreifend. Vor diesem Kontext wird ein großer Teil der globalen Problemkonstellationen wohl nur angegangen werden, wenn sich die Menschen als Individuen den einzelnen Themen initiativ widmen. Die Staaten können aufgrund ihrer vielfältigen Abhängigkeit dieses nur noch sehr bedingt leisten. Genannte Rahmenbedingungen bilden den gesellschaftlichen Hintergrund und somit die Basis der Idee des CoWorking.

Es geht nicht mehr um das Trennende in den Bereichen Kultur, reliogiöse Zugehörigkeit oder Ländergrenzen, viel mehr geht es um die Grenzen in unseren Köpfen! Nicht was jemand tut, sollte das Ausschlaggebende Moment sein, sondern in welcher Haltung er den entsprechenden Arbeitsbereich angeht. Da sich bereits heute die Auflösung der Grenze zwischen Privat– und Berufsleben abzeichnet, wird diese Haltung, mit welcher das Leben in Beruf und Privatleben bewältigt wird, um so relevanter. Dies erklärt auch das zunehmende Interesse an Themen wie Ökologie und Sozialer Gerechtigkeit, bzw. einer daraus resultierenden Verknüpfung unter dem Ansatz einer Sozioökologischen Gesellschaftsbetrachtung.

Eine Vielfalt an menschlichen Charakteren in Gestalt von verschiedenen Berufen stellt keine Verzettelung oder gar Bedrohung dar, sondern hilft bei der eigenen Standort–Bestimmung und schafft somit die Basis für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Sich für einen möglichst großen, umfassenden Rahmen zu öffnen, nämlich für all jene, welche die Bereitschaft zur Kooperation mitbringen, spricht auch die Betriebswirtschaftliche Betrachtungsweise: Je mehr motivierte Personen sich dem Projekt widmen, desto mehr schließen sich im Nachfolgenden an. Dieser Multiplikatorische Effekt ermöglicht somit eine potentiell schneller zu erreichende Rentabilität des CoWorking–Projektes.

Interessant im Hinblick auf das Thema „Notwendigkeit zur Offenheit nach allen Seiten“ ist ein Analog–Beispiel aus der Hirnforschung: Ein Gehirn kann ohne neuen Input im Äußeren in Gestalt von Ereignissen, Menschen und bestimmten situativen Gegebenheiten keine neuen Verknüpfungen erstellen. Dieser Mangel an neuen Verknüpfungen führt nicht etwa zum Erhalt des StatusQuo. Im Gegenteil: Ein kontinuierlicher Mangel an Außen–Reizen mündet in die Degeneration! Auf eine Volkswirtschaft und Kultur übertragen, verkörpert das Bedürfnis nach Ausgrenzung von vermeintlichen Konkurrenten bzw. fremden Kulturen die eigentliche Bedrohung, sowohl für die heutigen komplexen Staaten– und Gesellschaftsgebilde, als auch für die jeweiligen menschlichen Individuen.

Wettbewerb sollte nicht als eine Metapher für eine Ellbogenarmee missverstanden, sondern als Chance begriffen werden, sich inmitten einer heterogenen Gesellschaftsblase, sowohl in wirtschaftlicher als auch in persönlicher Hinsicht neu aufzustellen. Hierdurch entstehen im besten Falle neue Kooperationen und Entwicklungen.

In diesem Sachverhalt liegt auch die eigentliche Herausforderung unserer Zeit.

Monja B. M.

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